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Gemeinsam besser vernetzt – Deutsche und türkische Informatikerinnen starten durch

© Informatica feminale, Universität Bremen
© Informatica feminale, Universität Bremen

Deutsch-Türkisches Wissenschaftsjahr fördert junge Frauen aus beiden Ländern bei internationalem Informatik-Sommerstudium.

Brücken bauen und Stereotypen brechen. Diesen Aufgaben stellt sich seit bald 20 Jahren die "Informatica feminale" an der Universität Bremen. Ob in Vorlesungen, Exkursionen oder Experimenten: Der Vernetzungsgedanke steht im Vordergrund der knapp zehntätigen Sommeruniversität – in diesem Jahr auch für interessierte Studentinnen aus der Türkei.

Den Weg von Frauen in die Welt der Informatik zu unterstützen und in der entspannten Atmosphäre einer jährlichen Sommeruniversität für die akademische Auseinandersetzung mit "bits und bytes" zu begeistern, das haben sich Veronika Oechtering, wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums "Frauen in Naturwissenschaft und Technik" der Universität Bremen, und ihre Mitstreiterinnen auf die Fahnen geschrieben. Die Bremer Wissenschaftlerinnen laden Studentinnen und interessierte Berufstätige in der letzten Augustwoche erneut an die Universität Bremen ein. In diesem Jahr werden neben interessierten Bremerinnen auch zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen aus Istanbul und Ankara an die Weser reisen.

Brücken bauen durch Netzwerke

Das Bremer Sommerstudium hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem Erfolgsprojekt entwickelt. Rund 50 Trainerinnen und Dozentinnen vermitteln inzwischen einwöchige und halbwöchige Einblicke in übergreifende gesellschaftspolitische Fragenstellungen wie Datenschutz und Cybersicherheit sowie in hergebrachte Teildisziplinen der Informatik:  Programmiersprachen, Datenbankensysteme und Netzwerkarchitekturen.

Der Begriff "Netzwerk" ist ganz im Sinne der Grundphilosophie der „informatica feminale“ zu verstehen. Denn neben den fachlichen Aspekten stehen der persönliche Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und die Ermutigung der jungen Frauen zum Schritt in die noch immer mehrheitlich männerdominierte Technikwelt im Zentrum der jährlichen Sommeruniversität.

Deutsch, Türkisch und die gemeinsame "Fremdsprache des 21. Jahrhunderts"

Eine Projektidee, die – genauso wie die weltweiten Datenströme und der Wissenschafts- und Techniktransfer – längst keine Grenzen mehr kennt. Bislang wurde das Konzept der „Informatica feminale“ innerhalb Deutschlands und in Österreich erfolgreich weitergetragen und unter anderem an Universitäten und Fachhochschulen in Freiburg im Breisgau und Salzburg etabliert.

Mit der Förderung des Projekts "Fachliche Vernetzung von Frauen in der Informatik" im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres gelingt nun auch der Brückenschlag an die Grenze von Orient und Okzident. Ein Brückenschlag mit Nachhaltigkeit, denn die Begeisterung, die seit 1997 jährlich in Bremen herrscht, soll nicht nur unter den Teilnehmerinnen geweckt werden. Veronika Oechtering und ihre Mitarbeiterinnen werden die türkischen Dozentinnen beim Transfer der Grundidee von "Informatica feminale" an die Universitäten in Istanbul und Ankara unterstützen und dank der Förderung in diesem und im kommenden Jahr einen Austausch etablieren. Sprachbarrieren sind dabei eine Hürde aus vergangenen Zeiten.

Denn das, was in den 1950er- und -60er-Jahren für Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, die Großmüttergeneration heutiger türkischer Studentinnen, die deutsche Sprache war, ist heute für Türkinnen wie für Deutsche eine gemeinsame Verständigungsebene: Der "Code" von Computersystemen als grenzen- und geschlechterneutrale "Fremdsprache des 21. Jahrhunderts".

Zum Projekt: www.informatica-feminale.de/

Weitere Informationen zum Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahr

Weitere Informationen zum Deutsch-Türkischen Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014 gibt es unter www.deutsch-tuerkisches-wissenschaftsjahr.de.

Über die Internationalen Wissenschaftsjahre

Mit dem Deutsch-Türkischen Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014 setzt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Reihe der Internationalen Wissenschaftsjahre mit strategisch wichtigen Partnerländern fort. Seit 2007 wurden Wissenschaftsjahre mit Schwerpunkten in Bildung, Wissenschaft und Forschung mit Ländern wie China, Brasilien, Russland und zuletzt Südafrika erfolgreich durchgeführt.

Pressekontakt:
Deutsch-Türkisches Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014
E-Mail: kontakt@deutsch-tuerkisches-wissenschaftsjahr.de
Tel.: 030–818 777 124

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