Visual

Gemeinsam alt werden – Die Bedeutung von Altern und Pflege in den Migrationsgesellschaften Deutschland und Türkei

© Universität Hildesheim

Im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres untersuchen die beiden Universitäten in Hildesheim und Antalya im Rahmen Ihres Kooperationsprojekts "Altern im transnationalen Raum Deutschland und Türkei", was Pflege und Alter im Kontext von deutsch-türkischer Migration bedeuten. Ziel des Projektvorhabens ist es, Studierende für die Vielfalt transnationaler Phänomene des Alterns und Alters und sozialer Unterstützungsstrukturen in beiden Ländern zu sensibilisieren und in diesem Forschungsfeld langfristige Kooperationen aufzubauen. Vom 19. bis zum 23. Januar empfängt die Universität Hildesheim die 19 köpfige Partnergruppe aus Antalya zum gemeinsamen Austausch.

Phänomene des Alterns im transnationalen Raum

Forschungen zur Altersmigration türkischstämmiger Migranten zeigen, dass diese sich in der Regel nicht für ein Land entscheiden, sondern in ihrem Alltag enge soziale Beziehungen zu Menschen in Deutschland und der Türkei aufrecht erhalten und zwischen beiden Ländern pendeln. Gleiches gilt für deutschstämmige Migranten, die ihren Ruhestand in der Türkei verbringen, aber zur medizinischen Versorgung zurück nach Deutschland kommen. Hierdurch haben sich verschiedene Formen von Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen im transnationalen Raum entwickelt, die bisher kaum in den Blick genommen wurden.

Wie diese Strukturen in Theorie und Praxis aussehen, welche Motive Altersmigranten zum Auswandern in das jeweilige Land antreiben und welche Perspektiven das Altern in einem anderen Land bieten können, untersuchen die insgesamt 33 Studierenden in zwei parallel stattfindenden Seminaren. Die akademische Leitung übernehmen auf deutscher Seite Dr. Johanna Krawietz und Stefanie Visel, Initiatorinnen des Kooperationsprojekts am Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Auf türkischer Seite sind die beiden Projektpartnerinnen Dr. Suzan Yazici und Dr. Nilufer Korkmaz Yaylagul am Institut für Alternswissenschaften der Akdeniz Universität Antalya für die Leitung des Projektes verantwortlich.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede vor Ort erleben

Da sich der Forschungsgegenstand vom Schreibtisch aus nicht in seiner Gänze erfassen lässt, bietet das Kooperationsprojekt, neben regelmäßigem virtuellem Kontakt beider Gruppen, vor allem die Möglichkeit des persönlichen Erlebens und des Austausches durch zwei Gastbesuche.

Der Gastbesuch der deutschen Gruppe in Antalya fand Anfang November 2014 statt. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch zweier Altenheime und eines interkulturellen Begegnungszentrums für Ruhestandsmigranten aus verschiedenen europäischen Ländern. Besonderer Untersuchungsfokus lag dabei auf der Gruppe der deutschen Ruheständler in der Türkei. Neben diversen Workshops und Diskussionsforen fand sich auch ausreichend Zeit für das Kennenlernen und den persönlichen Austausch zwischen den Studierenden.

Der Gegenbesuch der türkischen Gruppe wird vom 19. bis zum 23. Januar 2015 stattfinden. Der Untersuchungsfokus wird diesmal auf den türkeistämmigen Ruheständlern in Deutschland liegen. Hier ist unter anderem der Besuch eines transkulturellen Pflegedienstes sowie ein Workshop zu dem Thema: "Versorgungs- und Unterstützungsstrukturen für ältere Migranten in Deutschland" geplant.

Die gewonnenen Erkenntnisse des Kooperationsprojekts werden der interessierten Öffentlichkeit durch jeweils eine Veranstaltung in Hildesheim und Antalya präsentiert. Das Projekt hat schon jetzt vielfältige Optionen für den weiteren Ausbau wissenschaftlicher Kooperationen geschaffen und eröffnet zugleich Kontakte zu Organisationen und Pflegeeinrichtungen im jeweils anderen Land. Um die gewonnenen Erkenntnisse auch zukünftig weiter ausbauen zu können, streben die Initiatoren den dauerhaften Ausbau des Projektes an.

close
August - 2016
Mo Di Mi Do Fr Sa So
01 02 03 04 05 06 07
08 09 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
30 31  

Spruch des Tages

„Der Gedanke ist eine Brücke: schmaler als ein Haar, schärfer als ein Schwert.”

C. Meriç

Ein Erfolgsmodell der bilateralen Kooperation!