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Gelungener Auftakt für das Deutsch-Türkische Wissenschaftsjahr

17.02.14
Am 23.1.2014 lud die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Frau Prof. Dr. Johanna Wanka zur feierlichen Eröffnung des deutsch-türkischen Wissenschaftsjahres nach Berlin. Mit rund 600 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, darunter etwa 200 Gäste aus der Türkei, nahmen weit mehr Personen an der Auftaktveranstaltung im Berliner E-Werk teil als erwartet.

©BMBF, Jessica Wahl / Wahluniversum

©BMBF, Jessica Wahl / Wahluniversum

©BMBF, Jessica Wahl / Wahluniversum

Gemeinsam mit ihrem türkischen Amtskollegen, Herrn Fikri Işık, Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie der Republik Türkei, eröffnete Frau Prof. Dr. Wanka das Wissenschaftsjahr. Impressionen aus den Eröffnungsreden beider Minister sind im hier eingestellten Film zu sehen.   

Die gelungene Auftaktveranstaltung spiegelt das breite Interesse an deutsch-türkischen Kooperationen wieder. Dieses Interesse erstreckt sich weit über die Wissenschafts-Community hinaus. Auch in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft besteht ein großes Interesse an bilateraler Zusammenarbeit. Denn: Beide Länder sind eng, teilweise schon seit mehreren Generationen miteinander verbunden. In Deutschland leben fast 3 Millionen Menschen türkischer Abstammung, von denen etwas mehr als die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, zudem sind mehr als 5000 deutsche Firmen in der Türkei aktiv.

Im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung standen die Themen, die auch das gesamte Wissenschaftsjahr prägen sollen:  Das Themenspektrum bewegte sich von  anwendungsnaher Forschung in Schlüsseltechnologien, über die Herausforderungen des globalen Wandels bis hin zu Geistes- und Sozialwissenschaften. Besonderes Augenmerk galt den Querschnittsthemen des Wissenschaftsjahres: dem Zusammenwirken von Forschung und Industrie, der Aus- und Weiterbildung in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung sowie der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Aus all diesen Bereichen waren hochkarätige Gäste aus beiden Ländern vertreten: Minister, Vertreter von Wissenschafts- und Mittlerorganisationen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Forschung saßen bereits zum Auftakt des gemeinsamen Wissenschaftsjahres an einem Tisch, um sich über konkrete Themen und Projekte auszutauschen.

"Mit der Eröffnung des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres beginnt ein neues Kapitel der deutsch-türkischen Kooperation, eines, das über das Wissenschaftsjahr hinaus Strahlkraft entfalten wird. Um dies zu erreichen werden wir von nun an einige Bereiche ganz gezielt fördern: Im Bereich Innovation werden wir eine stärkere anwendungsorientierte Kooperation fördern. Wir werden die Kooperationen der Forschungs- und Mittlerorganisationen verstärkt unterstützen. Und wir werden ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Nachwuchswissenschaftler in beiden Ländern legen." sagte Wanka in ihrer Eröffnungsrede.

"Wissenschaft verbindet Nationen - Science Bridging Nations"

Wie alle Internationalen Wissenschaftsjahre baut auch das Deutsch-Türkische Jahr auf langjährigen Kooperationen und Erfolgen auf. Was Hochschulen, Forschungsinstitute, Mittlerorganisationen und Unternehmen bisher erreicht haben, präsentierte während der Eröffnungsfeierlichkeiten des DTWJ die praxisnahe Begleitausstellung "Science Bridging Nations: Deutsch-Türkische Kooperation in der Praxis". Sie wurde von Thomas Rachel MdB (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zusammen mit Prof. Dr. Ersan Aslan (Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie der Republik Türkei) eröffnet. Ob Gesteinsfunde aus dem Devon, prähistorischer Kupferbergbau, geophysikalische Erzexploration, Praktikantenvermittlung oder Quantum Dot Nanopartikel für Fluoreszenzfarbstoffe und moderne Krebsdiagnostik – all diese Projekte zeigten, wie groß das Spektrum der aktuellen deutsch-türkischen Zusammenarbeit ist und vermittelten tiefgreifende Einblicke in bereits existierende Kooperationen.

Im Anschluss an den Rundgang durch die Begleitausstellung fand ein Fachforum zum Thema "Deutsch-Türkische Kooperation: Wissenstransfer in Forschung, Bildung und Innovation" statt. Es wurde vom BMBF in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und dem Institut für Textiltechnik der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen organisiert. Nach einer Einführung von Moderator Ali Aslan gab zunächst Andrew Wyckoff, Direktor für Wissenschaft, Technologie und Industrie, OECD, anhand von OECD-Studien detaillierte Einblicke in die internationalen Aspekte des Wissenstransfers. Anschließend sprach Dr. Ahmed Lokurlu, Direktor SOLITEM Group, über seine Erfahrungen in Bezug auf internationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Entwicklung innovativer, solarer Kühlsysteme. Welche Erfolgsfaktoren und Verbesserungspotenziale in Bezug auf den bi- bzw. transnationalen Wissenstransfer bestehen, angefangen von Bildung über Hochschulzusammenarbeit bis hin zur Förderung von Innovationen, darüber diskutierten rund 200 Experten in drei Arbeitsgruppen des Fachforums. Ihre Empfehlungen fließen in die weitere Gestaltung der deutsch-türkischen Wissenschaftsbeziehungen ein.

Im feierlichen Rahmen der Auftaktveranstaltung unterzeichneten Bundesministerin Wanka und Minister Isik eine Vereinbarung zum Ausbau der bilateralen Kooperation, die unter anderem die Einsetzung einer Steuerungsgruppe vorsieht. Weitere Kooperationsvereinbarungen schlossen die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und ihr türkisches Pendant TÜBITAK (siehe auch DFG-Pressemitteilung)sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und der Türkische Hochschulrat (YÖK) (siehe auch Pressemitteilung des DAAD).

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion (zum Live-Stream) tauschten sich  Bundesministerin Wanka und Minister Işik, Prof. Süssmuth, Präsidentin des deutschen Hochschulkonsortiums der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul (K-DTU) und Prof. Albayrak, Gründer und Leiter des DAI-Labors (Distributed Artificial Intelligence Laboratory) über Ziele und Stärken der jeweiligen Länder und der bilateralen Zusammenarbeit aus.

Fazit: Wir sind auf dem richtigen Weg, insbesondere durch gemeinsame Institute und Forschungseinrichtungen wie der Türkisch-Deutschen Universität und GT-ARC (German-Turkish Advanced ICT Research Centre), die schon jetzt eine fach- und länderübergreifende Brücke bilden, um Länder und Kulturen einander näher zu bringen. Das Wissenschaftsjahr bietet vielfältige Chancen, die Zusammenarbeit voranzutreiben, verschiedene Disziplinen und Branchen zu vernetzen und neue Lösungen zu entwickeln.

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Spruch des Tages

„Eines ist des anderen Brücke, einer ist des anderen Hand.”

Gustav Schüler

Ein Erfolgsmodell der bilateralen Kooperation!