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NeuroTurk-Projekt: Perspektiven für die Neurowissenschaft

29.04.15
Vom 25. bis 30 Mai 2015 erhält die deutsch-türkische Zusammenarbeit in den Neurowissenschaften, gefördert durch den Ideenwettbewerb, neue Impulse: Passend zur international hochrangig besetzten „Neurizons 2015“-Tagung sind zwölf Doktoranden und acht Neurowissenschaftlern aus der Türkei zu Gast in Göttingen – zum Austausch auf höchstem wissenschaftlichem Niveau.

Prof. Dr. T. Pieler

Mit dem Ideenwettbewerbs-Projekt „NeuroTurk“ bauen die Georg-August-Universität Göttingen und die Bogazici Universität in Istanbul ihre wissenschaftlichen Beziehungen weiter aus. Auf der Agenda stehen, um es kurz anzureißen, neben dem Besuch des Symposiums, der gemeinsam von Doktoranden der Neurowissenschaften ausgerichtete Fachworkshop „NeuroTurk“ sowie die Planung einer drittmittelfinanzierten Deutsch-Türkischen Graduiertenschule im Bereich „Molekulare Neurowissenschaften“. Auf deutscher Seite liegt die Projektleitung bei Prof. Dr. Tomas Pieler, Universitätsmedizin Göttingen, Institut für Entwicklungsbiochemie, auf türkischer Seite bei Dr. Stefan H. Fuss, Bogazici University, Department of Biology and Genetics, Laboratory of Molecular Neurobiology, eines der führenden türkischen Zentren für Forschung in der Molekularbiologie und Humangenetik mit Schwerpunkt auf komplexen genetischen Erkrankungen.

Wegweisend: die Göttinger Graduierten-Programme

Bei der Gestaltung von Master- und Graduiertenprogrammen nimmt die Universität Göttingen eine Vorreiterrolle ein. Beispiel hierfür sind die im Jahr 2000 angelaufenen Programme "Molekulare Biologie" und "Neurowissenschaften“, die zu den ersten international ausgerichteten Master- und Graduiertenprogrammen in Deutschland zählten. In diesem Jahr feiern sie ihr 15-jähriges Jubiläum. Seit 2007 stehen sie unter dem Dach der Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften, Biophysik und Molekulare Biowissenschaften (GGNB) (siehe Kasten). Im Unterschied zu den anderen 10 GGNB-Promotionsprogrammen werden bei den oben genannten Programmen Studierende bereits mit einem Bachelor-Abschluss aufgenommen. Sie durchlaufen zunächst ein intensives Master-Jahr und qualifizieren sich bei sehr guten Leistungen direkt für die Promotionsphase. Die ersten Absolventen sind mittlerweile selbst in verantwortlichen Positionen.

Dynamisch: die akademische Welt in der Türkei

Einer der Gründungsväter der beiden international ausgerichteten Master- und Graduiertenprogramme "Molekulare Biologie" und "Neurowissenschaften“ ist Professor Pieler: „Von Beginn an haben wir bei unserem Programm allergrößten Wert auf die Auswahl unserer Studierenden gelegt. Ein Programm ist schließlich nur so gut wie seine Studierenden.“ Er war es auch, der im Jahr 2000 die türkischen Bewerber vor Ort in der Türkei interviewt und ausgewählt hat. „Schon bei meinem ersten Kontakt mit der akademischen Welt in der Türkei war ich sehr positiv überrascht von der teilweise sehr hohen Qualifikation der Studierenden. Die besten Universitäten des Landes hatten schon damals Ausbildungselemente auf Englisch und strenge Auswahlkriterien. Besonderheiten im türkischen System sind die klare Möglichkeit der Identifizierung der besten Universitäten, das riesige Potenzial an Nachwuchs und die Dynamik, mit der sich die akademische Welt in der Türkei entwickelt“, so Pieler. Traditionell kommen die türkischen Absolventen des Programms von der Bogazici Universität und der Koç Üniversitesi in Istanbul sowie der METU in Ankara. So auch zu der Veranstaltung im Rahmen des Ideenwettbewerbs im Mai in Göttingen.

„NeuroTurk“-Projekt: Begegnung und Austausch

Im Mittelpunkt des deutsch-türkischen Neurowissenschaftlertreffens steht – wie könnte es anders sein – der wissenschaftliche Austausch über den jeweiligen Stand der Forschung und mögliche Kooperationen. Bei dem gemeinsam organisierten „NeuroTurk“-Workshop am 26. Mai haben die Doktoranden aus der Türkei und der Göttinger „Neurosciences“ Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Neurowissenschaften vorzustellen und wissenschaftliche und technische Aspekte der Arbeiten zu diskutieren. Am 27. und 28. Mai steht die Teilnahme an der international hochrangig besetzten „Neurizons 2015“-Tagung auf dem Programm, die traditionell von Göttinger Doktoranden der Neurowissenschaften veranstaltet wird. Am Freitag, den 29. Mai, sind die türkischen Gäste zum Alumni-Treffen der Göttinger Graduiertenschule eingeladen, die zugleich ihr 15-jähriges Jubiläum feiert. Zweifellos ein Höhepunkt des Programms ist der Festvortrag von Professor Stefan Hell, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen, der 2014 für seine „Entwicklung hochauflösender Fluoreszenz-Mikroskopie“ mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

In Planung: dauerhafte Forschungs-und Lehrpartnerschaft

In nächsten den Jahren wollen die Georg-August-Universität Göttingen und die Bogazici Universität in Istanbul eine dauerhafte Forschungs-und Lehrpartnerschaft auf den Weg bringen und eine drittmittelfinanzierte Deutsch-Türkische Graduiertenschule im Bereich „Molekulare Neurowissenschaften“ gründen. Wie das Lehr-und Unterrichtsprogramm des gemeinsamen Graduiertenprogramms gestaltet werden könnte, auch darüber wird im Rahmen der Veranstaltung in Göttingen diskutiert.

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