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Re-Migration als Chance: Kick-off für MIDETI-Projekt in Istanbul

20.01.15
Eines der in der 2. Runde des Ideenwettbewerbs geförderten Projekte widmet sich dem großen Thema (Re-)Migration, genauer gesagt "(Re-)Migranten im deutsch-türkischen Innovationsnetzwerk – Identifikation und Kommunikation von Potenzialen für Wissenschaft und Wirtschaft – MIDETI". Vom 12. bis 14. Dezember 2014 trafen sich die Projektpartner zum Kick-off in Istanbul.

© Prof. Dr. Martin Franz

Jüngere wissenschaftliche Untersuchungen aus verschiedenen regionalen Kontexten zeigen, so die MIDETI-Projektbeschreibung, dass die Abwanderung hochqualifizierter Bildungsinländer (also Studierende mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erworben haben), keineswegs nur negative Auswirkungen haben muss, sondern dass diese Akteure wichtige wirtschaftliche Impulse setzen können, die sich langfristig positiv sowohl auf ihre Herkunfts- als auch auf ihre Zielländer auswirken.

"Menschen mit Migrationshintergrund sind oft wichtige Brückenköpfe für Unternehmen. Sie können Unternehmen dabei helfen, die Besonderheiten des jeweils anderen Landes besser zu verstehen und sind wichtig für die Kommunikation zwischen den Unternehmensstandorten in Deutschland und der Türkei", erklärt MIDETI-Projektleiter Prof. Martin Franz vom Institut für Geographie der Universität Osnabrück. Und er geht noch einen Schritt weiter. Zusammen mit Prof. Sebastian Henn vom Institut für Geographie der Universität Jena koordiniert er das MIDETI-Projekt, das bis Februar 2016 läuft und im Rahmen des Ideenwettbewerbs vom BMBF gefördert wird.

"Brain gain" statt "Brain drain"?

(Re-)Migranten können, so die These des MEDETI-Projektes, wichtige wirtschaftliche Impulse setzen, die beiden Ländern nützen. Da durch Re-Migration deutsch-türkische Kontaktnetzwerke entstehen, können gegenseitige Direktinvestitionen gefördert und der Wissenstransfer gestärkt werden. Letztendlich steigt so die Innovationsfähigkeit für beide Länder. "Hochqualifizierte Re-Migranten stellen starke Verflechtungen zwischen Deutschland und der Türkei her. Dies hat positive Effekte für die Wirtschaftsbeziehungen beider Länder", so Franz. Deshalb verfolgt das MIDETI-Forschungsprojekt gleich mehrere Ziele: 1. Es will die Öffentlichkeit auf diese durch Re-Migration entstandenen deutsch-türkischen Innovationsnetzwerke aufmerksam machen. 2. die Möglichkeiten identifizieren, diese Innovationsnetzwerke weiter zu fördern und 3. den wissenschaftlichen Austausch, auch auf Ebene der Nachwuchswissenschaftler/-innen, über diese Phänomene zwischen Deutschland und der Türkei voranbringen. Projektpartner auf türkischer Seite sind die Yildiz Technical University in Istanbul, die Ege-University in İzmir sowie die Ankara University.

Auftakt und nächste Schritte

Vom 12. bis 14. Dezember 2014 trafen sich die MIDETI-Projektpartner der Universitäten Istanbul, Ankara, Izmir, Jena und Osnabrück. Auf dem Programm stand die Diskussion von Forschungsergebnissen. So wurde zum Beispiel im Beitrag von Nachwuchswissenschaftler Philip Müller deutlich, dass es verschiedene Typen von hochqualifizierten (Re-)Migranten gibt, deren Migrationspfade und Migrationsmotive sich zum Teil erheblich unterscheiden. Es zeigte sich zudem, dass die privaten und beruflichen Kontakte zu Deutschland niemals abgerissen sind und auch nach der Migration weiterhin gepflegt und genutzt werden. Auch die künftigen Aktivitäten des Projekts wurden koordiniert: Schon im Februar haben Projektmitglieder und Nachwuchswissenschaftler/-innen aus beiden Ländern bei einem Workshop in Ankara die Möglichkeit, mit (Re-)Migranten über deren Funktion als Bindeglieder zwischen Unternehmen oder Forschungsinstitutionen in Deutschland und der Türkei zu diskutieren. In diesem Sommer ist eine Konferenz in Istanbul geplant, zum Projektende steht ein Transferworkshop in Berlin auf dem Programm. Alle Informationen zu dem MIDETI-Projekt werden demnächst auf einer Projektwebsite online verfügbar sein.

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