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Gesellschaftlicher Wandel

Ein weiteres, großes Thema – insbesondere für deutsch-türkische Beziehungen – sind gesellschaftliche Herausforderungen wie Demografie, das Miteinander verschiedener Kulturen (Vielfalt, Migration) und Wissensaustausch (Brain Circulation). Hier sind die Geistes- und Sozialwissenschaften gefragt bzw. eine stärkere deutsch-türkische Zusammenarbeit auf allen Ebenen.

Der demografische Wandel wird Deutschland maßgeblich verändern, sei es in der Wirtschaft, auf dem Arbeitsmarkt, in den Sozialsystemen, der Gesundheitsversorgung, der Infrastrukturentwicklung oder im Bildungssystem. Schon jetzt ist jeder vierte in Deutschland über 60 Jahre alt, bis 2050 wird der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung auf ein Drittel steigen. Parallel dazu haben rund 20 Prozent der Bevölkerung in der Bundesrepublik einen Migrationshintergrund, wobei der Anteil bei Kindern und Jugendlichen noch größer ist. Aufgrund des demografischen Wandels wird die sprachliche, kulturelle und religiöse Diversität in Deutschland also weiter zunehmen.

Wie wirken sich Diversität und Migration auf die Gesellschaft aus, wo liegen Chancen und Risiken, hier wie dort? Wie lassen sich die Potenziale aller in einer Gesellschaft lebenden Menschen nutzen, wie kann man Chancengleichheit schaffen, wie dem Fachkräftemange entgegenwirken oder wie für ein gedeihliches Miteinander verschiedener Kulturen sorgen? Allein aufgrund der Tatsache, dass fast 3 Millionen Menschen türkischer Herkunft in Deutschland leben, von denen etwas mehr als die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, nehmen diese Fragestellungen zum Thema gesellschaftlicher Wandel im gemeinsamen Wissenschaftsjahr gebührenden Raum ein. Auch die Themen lebenslanges Lernen, soziale Gerechtigkeit, Gesundheits- oder Altersvorsorge sind von bilateraler und globaler Bedeutung.

Schließlich gilt es nicht nur, durch das gemeinsame Wissenschaftsjahr technologische Innovationen auf den Weg zu bringen, sondern zugleich auch Ideen für „soziale“ Innovationen zu entwickeln. Die Voraussetzung dafür ist Bildung und ein offener Blick auf die gesellschaftlichen Herausforderungen. Nur so lassen sich Lösungsansätze finden, zum Beispiel durch rechtzeitiges Erkennen, entsprechende Prävention und den sorgfältigen Umgang mit allen Ressourcen.

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Spruch des Tages

„Die Evolution ist die Vermenschlichung der Geographie.”

İbni Haldun

Ein Erfolgsmodell der bilateralen Kooperation!